Informationen, Informationsverarbeitung

Kommen wir nun zum letzten Teil im Rahmen der Informationsverarbeitung, dem Informationsabruf. Im letzten Beitrag haben wir über die Informationsspeicherung gesprochen, in dem ich erklärt habe, wie wir Informationen anhand verschiedener Strukturen im Langzeitgedächtnis speichern. Nun soll es also darum gehen, wie wir diese gespeicherten Informationen aus dem Langzeitgedächtnis unseres Gehirn wieder abrufen können. Also erstmal um den Prozess des Erinnerns und dann wollen wir uns auch noch kurz den Prozess des Vergessens ansehen.

Informationsabruf – der Prozess des Erinnerns

Den Informationsabruf unterscheiden wir zunächst in den expliziten Informationsabruf (bewusster Informationsabruf) und dem impliziten Informationsabruf, welcher unbewusst abläuft.

Den expliziten Informationsabruf kann entweder durch Erinnern oder durch Wiedererkennung geschehen. Bei der Wiedererkennung (Recognition) erkennen wir Bekanntes wieder und erinnern uns dadurch. Diesen Aspekt können sich Marken sehr gut zu Nutze machen, indem diese z.B. versuchen durch ein Corporate Design einen Stimulus zu erzeugen, der Konsumenten an unsere Marken erinnert.

Die andere Art des expliziten Informationsabrufs ist die Erinnerung. Die kann entweder selbständig, also ohne Hilfe geschehen oder mit Unterstützung. So können wir uns beispielsweise wahrscheinlich selbständig daran erinnern wie das Apple Logo aussieht. Aber bei dem Google Logo zum Beispiel benötigen Sie wahrscheinlich Hilfe dabei uns an die Farben der einzelnen Buchstaben zu erinnern. Wir unterscheiden hier also von der freien Erinnerung und der gestützten Erinnerung.

Zwei Theorien des Vergessen

Leider sind nicht alle Informationen bei uns im Gehirn für immer gespeichert, nach einiger Zeit vergessen wir bestimmte Informationen wieder. Genau diesen Prozess des Vergessen versuchen die zwei folgenden Theorien zu erklären

Decay Theory

Im letzten Beitrag haben wir uns semantische Netzwerke angesehen, diese beschreiben eine Struktur mit deren Hilfe wir Informationen bei uns im Gehirn anordnen und speichern. Die Decay Theorie geht nun davon aus, dass die Verbindungen zwischen den verschiedenen Knotenpunkten sich mit der Zeit abschwächt, wenn diese nicht regelmäßig genutzt werden.

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Wir vergessen nach dieser Theorie also dann Dinge, wenn wir nicht regelmäßig auf diese Informationen zugreifen und diese Pfade nicht in bestimmten Abständen nutzen.

Interference Theory

Die Interference Theorie wiederum sagt, dass bereits gespeicherte Informationen durch später neue aufgenommene und abgespeicherte Informationen überlagert bzw. verdrängt werden. Die Informationen verschwinden also nicht aus unserem Gedächtnis, sondern werden durch neue Informationen verdrängt.

 

Interessant ist die Erkenntnis, dass die Stimmung des Individuums eine wichtige Rolle bei dem Informationsabruf spielen. So können sich fröhlich gestimmte Individuen leichter an fröhliche Ereignisse erinnern, während z.b. traurige Individuen sich besser an traurige Ereignisse und Erfahrungen erinnern können.

Nun haben wir den Prozess der Informationsverarbeitung abgeschlossen und werden uns als nächstes den Prozess der Kaufentscheidung von Individuen ansehen.

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